Münzen, Medaillen und Plaketten
In und bei den 5 Dörfern der ehemaligen Gemeinde Gressenich gefunden, aufbewahrt, oder auf Veranlassung aus denselben heraus geprägt, gegossen, graviert: Münzen, Medaillen und Plaketten aus Mittelalter und Neuzeit. (Römische Münzen im Münzkabinett von W. Gülpen.)
Münzen

Weißpfennig, Kleve Herzog Johann I. (1448-1481), Silber (Billon). Ackerfund bei Gressenich.
Mittig über inneren Perlkreis ragend, avers: Vollwappen Kleve, revers: Vollwappen Mark. Umschrift in äußerem Perlkreis, avers: "IOhANNES - DVX CLIVEN", revers: "ET COMES - DE MARkA". — Hammerprägung (180°). Ein spätmittelalterlicher Ackerfund (pdf)
Foto und Ansprache: Haro von Laufenberg (2024), Fund: Walter Gülpen
Weißpfennig, Kleve 1448-1481

4-Heller-Stück, Aachen 1737, Kupfer. Ackerfund bei Gressenich.
Avers: Im Laubkreis kleiner Adler o. zw. zwei sechstrahligen Sternen, darunter zentriert Aufschrift "REICHS / STAT ACH" und Nominal "IIII". / Revers: In Perlkreis großer Adler, unter den Fittichen vom Körper mittig getrennt "1737". — Rand glatt. — Stempelstellung 180°, ⌀ ca. 19.6 mm, d ca. 1 mm, Cu 1,19 g.
Foto und Ansprache: Haro von Laufenberg (2024). Fund: Walter Gülpen.
IIII Heller, Ac 1737

4-Heller-Stück, Aachen 1743, Kupfer. Ackerfund bei Gressenich.
Avers: Im Laubkreis kleiner Adler zwischen zwei sechsstrahligen Sternen, darunter zentriert Aufschrift "REICHS / STAT ACH" und Nomional "IIII". / Revers: Im Perlkreis großer Adler, unter den Fittichen vom Körper mittig getrennt "1743". — Rand glatt. — Stempelstellung 0°, ⌀ ca. 19 mm, d ca. 0,9 mm, Cu 1,17 g.
Foto und Ansprache: Haro von Laufenberg (2024). Fund: Walter Gülpen.
IIII Heller, Ac 1743

1 Centime, Paris 1797-1798, Bronze. Ackerfund bei Gressenich.
Avers: Im Perlkreis Aufschrift "UN / CENTIME / L'AN 6 / A" – Revers: Im Perlkreis Umschrift "REPUBLIQUE FRANÇAISE", innerhalb der Umschrift zentriert Abb. "Freiheitskopf" mit phyrigischer Mütze (Jakobinermütze) nach li., Signatur "A[ugustin] Dupré". — Stempelstellung 180°, ⌀ ca. 18 mm, d ca. 1.2 mm, Bronze 1,93 g.
Foto und Ansprache: Haro von Laufenberg (2024). Fund: Walter Gülpen.
Centime, Rf. 1797

3-Stüber-Stück, Berg (1801-1806) Maximilian Joseph von Bayern, Billon, Düsseldorf 1805. Ackerfund bei Gressenich.
Avers: Mit Herzogskrone bekröntes Spiegelmonogram "MJ" in Lorbeerkranz. / Revers: Nominal "III STUBER / 1805 / S [= Münzmeisterzeichen für Theodor Stockmar]". Umschrift "LANDMUNZ BERGISCHE" — Rand glatt. — Stempelstellung 0°, ⌀ ca. 20 mm, d ca. 0,9 mm, Billon 1,52 g (Rauhgewicht Soll 1,85 g = 0,41 g Silber fein) Ag .220 r Cu (?).
Foto und Ansprache: Haro von Laufenberg (2024). Fund: Walter Gülpen.
III Stüber, Berg 1805

5 Centimes, Napoleon III., Bronze, Lyon 1854. Ackerfund bei Gressenich.
Avers: In Perlkreis Umschrift oben "NAPOLEON III EMPEREUR", unten Prägedatum "1854". Mittig in Perlkreis Kopfbild des Kaisers nach li. Signatur "BARRE" = Jean-Jaques Barre. — (Nicht abgeb. Revers: In Perlkreis Umschrift oben "[EMPIRE FRANÇ]A[ISE]" und unten "[CINQ CENTIMES]". Mittig in Perlkreis nicht erhalten franz. Kaiseradler (aufsteigender Adler mit Blitzbündel in den Klauen). Münzzeichen "D".) — Rand glatt. — Kehrprägung (180°), ⌀ ca. 25 mm, d ca. 1,2 mm, Bronze 4,38 g.
Foto und Ansprache: Haro von Laufenberg (2024). Fund: Walter Gülpen.
5 Centimes, 2. Ef. 1854

4 Pfennige (90stel Taler), Berlin 1861, Kupfer. Ackerfund bei Gressenich.
Revers: In Perlkreis mit Königskrone bekrönter Schild mit preußischem Adler, Umschrift "90 EINEN THALER". — (Nicht abgebildet, Avers: In Perlkreis Umschrift "[SCHEIDE] MÜNZE" und Aufschrift "[4] / [PFNNI]GE /[186]1.) — Rand glatt. — Wendeprägung (0°), ⌀ ca. 25 mm, d ca. 2,8 mm, Kupfer 5,28 g.
Foto und Ansprache: Haro von Laufenberg (2024). Fund: Walter Gülpen.
4 Pfennige, Preußen 1861

Pfennig Stuttgart 1875, Kupfer. Ackerfund bei Gressenich.
Avers: Umschrift oben "DEUTSCHES REICH 1875", unten "PFENNIG", zentriert Nominal "1". / Revers: Kleiner Reichadler, unten Münzzeichen "F". — Rand glatt. — Wendeprägung (0°), ⌀ ca. 18 mm, d ca. 1 mm, Kupfer 1,78 g.
Foto und Ansprache: Haro von Laufenberg (2024). Fund: Walter Gülpen.
Pfennig 1875

2 Rentenpfennig, Dresden/Muldenhütten 1924, Kupfer. Ackerfund bei Gressenich.
Avers: Umschrift oben "DEUTSCHES REICH", unten "RENTENPFENNIG", Nominal "2". / Revers: Ährenbündel, davon geteilt "1924". Münzzeichen "E". — Rand glatt. — Wendeprägung (0°), ⌀ ca. 20 mm, d ca. 1,5 mm, Kupfer 3,14 g.
Foto und Ansprache: Haro von Laufenberg (2024). Fund: Walter Gülpen.
2 Rentenpfennig 1924

Reichspfennig, Berlin 1929, Kupfer. Ackerfund bei Gressenich.
Avers: Umschrift oben "DEUTSCHES REICH", unten "REICHSPFENNIG", Nominal zentriert "1". / Revers: Ährenbündel, davon geteilt "1929". Münzzeichen "A". — Rand glatt. — Wendeprägung (0°), ⌀ ca. 17,9 mm, d ca. 1,1 mm, Kupfer 1,95 g.
Foto und Ansprache: Haro von Laufenberg (2024). Fund: Walter Gülpen.
Reichspfennig 1929
Anmerkung zum Weißpfennig aus dem 15. Jh.
Der klevische Weißpfennig ist in Anlehnung an den Albus (denarius albus), die erfolgreiche Hauptsilbermünze des Münzvereins der vier rheinischen Kurfürsten (Pfalz und Mainz, Trier und Köln), geprägt worden, was sich bereits am Gewicht von 1,92 g darstellt. Das Herzogtum Kleve wurde indes erst am 26. Juli 1511, so wie das Herzogtum Jülich auch, in den seit 1385 bestehenden Münzverein (seit 1509 mit Hessen) aufgenommen, prägte jedoch schon seit Jahrzehnten den Albus mit abweichendem Münzbild nach. Allerdings auch in minderer Qualität. Bei Vertragsschluss mit dem Münzverein stand der Kurs des klevischen Weißpfennigs bei 52:1 auf den rheinischen Goldgulden, der des Vereins-Albus bei 26:1, sodass die klevischen Prägungen auf ½ Albus abgewertet wurden.1
Dabei hatte der Albus zu dieser Zeit auch schon nicht mehr den Glanz von einst: 1372 stand er noch bei 18½:1 auf den Goldgulden (Rheni in 23 kt.). 1444 kamen schon 24 Albus auf den Gulden, der selber auch verschlechtert worden war, auf 22 kt. und schließlich auf 20 kt. 1511 dann sollte der Albus nur noch mit 1,032 g fein bei 1,918 g Rauhgewicht2 ausgeprägt werden, also mit einem Silbergehalt von rund 538 ‰.
Demnach dürfte es sich hier um eine Billonmünze handeln (.248, max. .290 Ag) – im Silbergehalt kaum höherwertiger als das bald 400 Jahre später geprägte, auch von Walter Gülpen und bei Gressenich gefundene, bergische III-Stüber-Stück (.220 Ag).
Mithin reiht sich der Ackerfund des Weißpfennigs ein in die nachvollziehbaren Münzfunde im Gressenicher Raum, nämlich Scheidemünzen, der somit ein weiteres Indiz für die in diesem Raum historischen prekären Lebensverhältnisse abgeben möchte.
Medaillen und Plaketten

Gedenkmedaille Kath. Pfarrgemeinde St. Markus Mausbach, 175jähriges Pfarrbestehen
Bilder, avers St. Markus am Schreibpult, Attribut geflügelter Löwe, Taube (hl. Geist), revers Gnadenbild in Mandorla von Ludwig Mohnen. — Glatter Rand. — Wendeprägung (0°), Messing, ⌀ 35 mm, d 2 - 2,5 mm.
Foto und Ansprache: Haro von Laufenberg (2023) CC BY-NC-ND 4.0 DE
St. Markus Mausbach 1980

Gedenkmedaille Kath. Pfarrgemeinde St. Markus Mausbach, 175jähriges Pfarrbestehen
Die Markusmedaille (cf. vorhergehendes Bild) war auch in Silber ausgegeben worden. Davon findet sich im Magazin des AGM indes nur noch dieses (hier montierte) Foto eines unbek. Fotografen. Demnach war das Silber patiniert.
Unbek. Fotograf, AGM 21-3 (s.a.)
St. Markus Mausbach 1980

Gedenkmedaille 100 Jahre Heimbach-Wallfahrt 1883-1983, Kath. Pfarrgemeinde St. Markus Mausbach
Kupfer (lt. Mediabase AGM, ?), ⌀ 42 mm, Guss (?). (Evtl. av. Vorlage, rv. Individualisierung.)
Foto: Reiner L. Sauer (?, 11.8.2023), Montage und Ansprache: Haro von Laufenberg (2024). AGM-164-315546-D.
100 Jahre Heimbach-Wallfahrt

Schützensilber aus Schevenhütte
Kette mit 12 Schützenplaketten, Königsschilden, der Schützen aus Schevenhütte
Unbek. Fotograf (2020?)
Schützensilber