Christliche Kunst in den fünf Dörfern
Liturgica und Dekor

Spätgotisches Ostensorium. Markuskirche Mausbach.
Turmmonstranz, drei Sichtseiten mit je einer Ädikula und zwei Fialen, sechs Reliquien in drei Thecae. Vermeil, 37 cm H. Im Bild: Hauptsichtseite mit vier Herrenreliquien aus dem Aachener Schatz. Aus verschiedenen Teilen 14./15./19. Jh., vermutl. aus säkularisiertem Klostergut auf Weisung des Bischofs Berdolet Anfang des 19. Jh.s neu zusammengesetzt und mit den Reliquien ausgestattet. Ansprache des Ostensoriums
Repro und Ansprache: Haro von Laufenberg (2023)

Polyptychon, Marienleben Tafel 7: Mariae Vermählung. Laurentiuskirche Gressenich.
Spätgotik, internationaler (weicher) Stil. Projekt Laurentiusretabel
Repro und Ansprache: Haro von Laufenberg (2023)

Polyptychon, Marienleben Tafel 10: Anbetung der Könige. Laurentiuskirche Gressenich.
Für die Spätgotik typisch goldfarbener Himmel, indes schon unter franco-flämischem Einfluss mit nach hinten gerückter und seitlich hochgezogener Landschaft. Maria und Jesuskind mit Nimbus, im Nimbus von Jesus Siegeszeichen. Der dunkelhäutige König taucht vereinzelt seit Ende des 14. Jh.s in der Malerei auf, häufiger ab der 1430er/1440er Jahre, indes immer noch exotisch, wie an dem gegenüber den beiden anderen Königen deutlich unterschiedlichen Banner (roter Mohr auf weißem Feld) im Hintergrund erkennbar. Projekt Laurentiusretabel
Repro und Ansprache: Haro von Laufenberg (2023)

Polyptychon, Passionsgeschichte Tafel 8: Beweinung/Grablegung. Laurentiuskirche Gressenich.
Christus Grablegung, zwei Mariae und Johannes mit Nimbus, im Nimbus Christi Siegeszeichen. Als franco-flämische Stilelemente: tiefe, felsige und hügelige, zu den Seiten aufsteigende, naturalistisch dargestellte Landschaft, in der Horizontlinie verstellt mit Stadtbild. Nach 1420/30. Projekt Laurentiusretabel
Repro und Ansprache: Haro von Laufenberg (2023)

Polyptychon, Passionsgeschichte Tafel 9: Auferstehung. Laurentiuskirche Gressenich.
Christus mit Triumphbanner, das Tuch halb transparenz als andeutung der himmlischen Sphäre, neben dem geschlossenen steinernen Sarkophag, Nimbus mit Sikegeszeichen, Wunden, seltsame (aber nachvollziehbare) Fußhaltung. Drei Soldaten schlafend, einer – auch als Merkmal der Auferstehung – auf dem Sarkophag, links der mit Eisenhut, der auf dem Sarkophag mit Eisenkappe, rechts der mit Schallern (Aufkommen nach 1420), mit Godedags und einem Spieß. Tiefe, felsige und hügelige, zu den Seiten aufsteigende, naturalistisch dargestellte Landschaft, Horizontlinie verstellt mit Stadtbild. 15. Jahrhundert (nach 1420/30), franco-flämischer Stil. Projekt Laurentiusretabel
Repro und Ansprache: Haro von Laufenberg (2023)

Taufstein. Laurentiuskirche Gressenich.
Spätgotischer Sechspass-Taufstein #, ca. 15. Jh. Aachener Blaustein (Kalkstein), innen eingelegte Zinkwanne neuer, Deckel modern aus Eichenholz. Höhe (ohne Deckel) 108.4 cm, Durchmesser über Sechspass auf Kante 92 cm, Fuß 46.5 x 46.5 cm.
Repro und Ansprache: Haro von Laufenberg (2023)

Anna selbdritt ("zu Dritt"). Laurentiuskirche Gressenich.
Juxtaponierend erweiterte Nikopoia mit für die frühen Abbildungen typisch unproportional verkleinerter Maria und ab der Endzeit der frühen Abbildungen typisch nacktem Jesuskind. 15. Jh., Holz, 46.7 cm B, 29 cm T, 81 cm H. Szepter der Maria fehlend, Neubemalung (vermutl. 1960er)
Repro und Ansprache: Haro von Laufenberg (2023)

Mausbacher Gnadenbild. Markuskirche Mausbach.
Mutter Gottes Zuflucht der Sünder, Holzschnitzerei 16. Jh. aus dem Kloster Aldenhoven. Ansprache und zur Geschichte des Gnadenbilds
Repro und Ansprache: Haro von Laufenberg (2023)

Pietà. Fleuther Kapelle.
Marienklage aus Ton, Neubemalung, Krone aus versilbertem Messing mit Glassteinen, Drahtstifte als Dornenkrone. Hände und Füße der Figuren unproportioniert, am Leichnam auch im Verhältnis zueinander. Passionswerkzeuge auf grünem Grund: Zange / Hammer / Nagel, vier Spielwürfel W6 verstreut (1 x mit 3 Augen in Delta-Anordnung), Schlägel (Knochen) und Speer gekreuzt. Illuminierung elektrisch (Christbaumkerzen, im Bild aufgeschraubte Fassungen) Provenienz
Foto und Ansprache: Haro von Laufenberg (2024)

Andachtsbild: Pietà, Fleuther Kapelle
Eine für Web auflösende Entwurfsansicht für ein Andachtsbild im Format 8 x 12 auf Grundlage eines aktuellen Schnappschusses
Foto und Grafik: Haro von Laufenberg (2024)

Reinhold Vasters (1873): Neogotische Turmmonstranz. Markuskirche Mausbach.
Turm mit Armenischem Kreuz bekrönt, Fialtürmchen mit Kreuzblumen, in den Ädikulä Figur der Maria regina mit dem Salvator mundi und von der Figur der Maria aus rechts Figur des Petrus Ap., links Figur des Paulus Ap., Messing vergoldet, Figuren Silber, 73.5 cm H. Ansprache der Turmmonstranz
Repro und Ansprache: Haro von Laufenberg (2023)

Arnoldsreliquiar, 1930er. Markuskirche Mausbach.
Scheibenmonstranz mit einer Körperreliquie des hl. Arnold von Arnoldsweiler, Vermeil/Messing vergoldet. Dem Zettelchen in Schlichter Gotisch nach 1930er-Jahre. Höhe: 30 cm, Breite: Vierpass 15 cm, Theca 8,5 cm, Ø Fuß: 8 cm. Ansprache des Reliquiars
Repro und Ansprache: Haro von Laufenberg (2023)

Mandorla von Ludwig Mohnen, ca. 1960er. Markuskirche Mausbach.
Mutter Gottes Zuflucht der Sünder, Kopie der Holzschnitzerei aus dem 16. Jh. aus dem Kloster Aldenhoven in Mandorla (= im Mittelalter aufgekommener, mandelförmiger Strahlenkranz, als Ganzkörper-Nimbus nur für den thronenden Christus und die Madonna) von Ludwig Mohnen (Stolberg). Markuskirche in Mausbach.
Abb. auf Postkarte, Foto und Verlag Alfred Paulus (Stolberg). Ansprache: Haro v. Laufenberg.

Kreuz. St.-Joseph-Kirche Schevenhütte.
Vortragekreuz in romanisierendem Stil.
Mit der Aufbruchstimmung nach dem Zweiten Weltkrieg hielt eine neoromanischer Stil Einzug in in der Katholischen Kirche. Christus wird nun nicht mehr leidend, sondern als Triumphator am Kreuz dargestellt.
Dia-Sammlung "300 Jahre Schevenhütte". Ansprache: Haro v. Laufenberg.

Tabernakel. St.-Joseph-Kirche Schevenhütte.
Dia-Sammlung "300 Jahre Schevenhütte"
Note zu den Kunstschaffenden
- Meister des Gressenicher Laurentius-Retabels
- verschiedene (Kölner?) Werkstätten, weicher (internationaler) Stil und franco-flämisch/westfälisch beeinflusst, vermutl. im Auftrag des Kölner Domkapitels, 15. Jh. (nach 1420/30), Spätgotik/Übergangszeit. Projekt Laurentiusretabel
- Ludwig Mohnen (1910-1976)
- Gold- und Silberschmied und Graveur mit Werkstätte in Stolberg schuf etliche Liturgica in den Kirchen der 5 Dörfer. Kunstschaffende wie Albert Sous haben u.a. bei Ludwig Mohnen ihr Handwerkszeug gelernt.
- Reinhold Vasters (1897-1909)
- Goldschmied aus Aachen und begnadeter Kunstfälscher, ließ 1873 im Auftrag Mausbacher Gemeindemitglieder eine ganz wundervolle Retabel-Monstranz für das Allerheiligste entstehen. Das Metropolitan Museum of Art in New York City hat in England zahlreiche seiner Fälschungen erworben und dieselben der Güte wegen, wie es hieß, schließlich zu einem eigenständigen Kunstgenre erhoben.