100 Jahre im Bild Genrefotos 1888 bis 1988
- Kaiserreich 1888-1918
- Zwischenkriegszeit 1919-1939
- Nazismus/Nationalsozialismus 1933-1945
- Nachkriegszeit 1945-1970er
- Aufbruchzeit (allg.) ab den 1970ern
- Hinweise zu den Bildern
Kaiserreich

Prym-Werk am Derichsberg 1888, in der Bildmitte mit Hund: Gustav Prym

Porträt einer Mausbacherin, Ende 19. Jh.
Vermutl. in Sonntagsbekleidung mit Rüschenhaube und Schieberkette (Doublé, evtl. Silber oder .585 Gold) für die Damentaschenuhr, ein Zeichen des infolge der französischen Reparationszahlungen aus dem Krieg von 1870/71 allgemein im Deutschen Reich gestiegenen Wohlstands.

Kinderarbeit in den Vereinigten Glaswerken Stolberg, a Wende 1900
Belegschaftsfoto (darunter Franz Bolz aus Schneidmühle und Wilhelm Klotz aus Krewinkel)
Sammlung Hamacher et al., Bild 1/11

Kinderarbeit in der Grube Diepenlinchen, a Wende 1900
Bergarbeiter, Klaubefrauen und Klaubemädchen (obertage beschäftigt), Fahrjungen (Schlepper, untertage beschäftigt)

Grube Diepenlinchen, 1895?, 1915?, sicher: nicht nach 1919
Belegschaftsfoto, Schlosser und Bergbeamter
Sammlung Hamacher et al., Bild 1/4.

Schuhmacherei auf der Essiger Straße in Mausbach (Dechant-Brock-Straße), ca. 1910
Personen: Die Dame ist Margarethe Frantzen aus der Fleuth, oben 1. v. li. Heinrich Bauer, unten 1. v. li. Anton Baumgarten aus Vossenack. B. Kreutz
Sammlung Hamacher et al., Bild 2/2

Prym-Werk am Derichsberg
Sammlung Hamacher et al., Bild 77/13

Wohnen heißt leben (1)

Wohnen heißt leben (2)

Fahrradclub Fortuna Gressenich, a1910 (?)
Mitgründer, v. li.: Peter Josef Classen (Mausbach), Jakob Kehren (Gressenich, 1885-1943), Heinrich Kranzhoff (Gressenich, 1881-1963)
Sammlung Hamacher et al., Bild 122/43
Zwischenkriegszeit

Dorfstraße (Vichter Straße) in Mausbach, 10. Juni 1919
Im Vordergrund li.: Mausbach (?) und Haus Wilhelm Roßbruch, im Hintergrund auf der Straße: Polizist (?)
Foto: Sergeant Lampid, vermutl. brit. Militärfotograf. Sammlung Hamacher et al., Bild 74/12

Dorfstraße (Vichter Straße) in Mausbach, 10. Juni 1919
Gressenicher Gemeindewaldarbeiterinnen Katharina Wildt *Schüßler (li.) und Katharina Heidbüchel *Joussen, beide Dorfstraße auf derselben des Wegs in den Gemeindewald bei Süssendell. Li. vorne Mausbach (?), Haus Wilhelm Roßbruch.
Foto: Sergeant Lampid, vermutl. brit. Militärfotograf. Sammlung Hamacher et al., Bild 74/13

Gressenicher Gemeindewaldarbeiterinnen, 10. Juni 1919
Katharina Wildt *Schüßler (li.) und Katharina Heidbüchel *Joussen, beide Dorfstraße (heute: Vichter Straße) auf dem Weg in den Gemeindewald, re. Fleuther Kreuz
Foto: Sergeant Lampid, vermutl. brit. Militärfotograf. Sammlung Hamacher et al., Bild 4/6

Gressenicher Gemeindewaldarbeiterinnen, 10. Juni 1919
Katharina Heidbüchel *Joussen (li.) und Katharina Wildt *Schüßler, beide Dorfstraße (heute: Vichter Straße), beim Ronne träkke (Auslichten von dürren Ästen)
Foto: Sergeant Lampid, vermutl. brit. Militärfotograf. Sammlung Hamacher et al., Bild 4/2

Gressenicher Gemeindewaldarbeiterinnen, 10. Juni 1919
"A REST BY THE WAYSIDE – RHINELAND - 10-6-19" = Handschrift, große Blockbuchstaben Antiqua, auf Papierabzug. Süssendell, Katharina Wildt *Schüßler (li.) und Katharina Heidbüchel *Joussen.
Foto: Sergeant Lampid, vermutl. brit. Militärfotograf. Sammlung Hamacher et al., Bild 4/7

Britische Besatzung im Quartier in Mausbach, 1919
Hintere Reihe (stehend): Unteroffiziere, vordere Reihe (sitzend): li. vermutl. Warrant Officer, untere Offiziersränge (augenscheinlich deutlich jünger als die Unteroffiziere), in Zivil vermutl. Quartiersfamilie
Foto: Sergeant Lampid, vermutl. brit. Militärfotograf

Britische Besatzung im Quartier in der Dorfstraße in Mausbach, 1919
Vor dem Haus der Familien Schlösser, Kuhn, Odenhoven in der Dorfstraße (Vichter Straße) in Mausbach, v. li. n. re., hintere Reihe: (1) Soldat Harry; (2) Soldat Sam; (3) Kath. Schlösser *1902 ⚭ Odenhoven; (4) Soldat Georg; (5) Johanna Schlösser *1903 ⚭ Heck; (6) Soldat ?; vordere Reihe: (7) Maria Schlösser *1907 ⚭ Kuhn; (8) Therese Schlösser *1909 ⚭ Bonaventura; (9) Vater Math. Schlösser *1875; (10) Margarethe Schlösser *1915 ⚭ Hanf; (11) Mutter Kath. Schlösser *1882 Wirtz; (12) Gertrud Schlösser *1910 ⚭ Siemons; (13) Johann Schlösser *1904.
Sammlung Hamacher et al., Bild 60/21

Ausrufer auf der Dorfstraße (Vichter Straße) am Haus Wilhelm Roßbruch in Mausbach, 1919/1920
V. li.: (1) Kath. Leister; (2) Postbotin Joussen; (3) Anno Wildt, V. v. 9, 10; (4) Jos. Roßbruch, V. v. 5, 12; (5) Peter Roßbruch, So. v. 4; (6) Schellemann Franz-Jos. Scholl, Düre Koof; (7) Kath. Schlösser; (8) Junge auf Arm: Martin Vögeler, So. v. 9; (9) Maria Vögeler *Wildt, To. v. 3, M. v. 8; (10) Anno Wildt, So. v. 3, Br. v. 9; (11) engl. Soldat Lampid; Ki. vorne: (12) Joh. Roßbruch, So. v. 4, Br. v. 5; (13)-(16) ?
Sammlung Hamacher et al., Bild 105/10

Eheleute Frings aus Mausbach machen Staat: Oose Frings, "Ochse von Frings"
Sammlung Hamacher et al., Bild 3/14

In Mausbach 1929
V. li.: Pferd "Fuchs", Christian Frantzen *1883, Hilde Frantzen *1928
Sammlung Hamacher et al., Bild 3/13

Hausstand von dem Hause Ziemons in Mausbach
Laut Schlussstein im Türbogen wurde das Haus 1772 erbaut. Vermutl. aus der Zeit der französischen Besetzung (1794-1814) Haus Nummer 13 ab Werk Diepenlinchen, später Haus Nummer 38 in Richtung Diepenlinchen, dann Essiger Straße 13, 38 und schließlich 75. Im Volksmund am Krüz oder am Krüzje ("am Kreuz" bzw. "Kreuzchen"). V. li.: N.N. Offergeld, Wilhelm Ziemons, Petronella Ziemons geb. Hamacher, Maggda Ziemons, Agnes Waldorf, Anna Waldorf, Maria Prost, Mathias Waldorf. B. Kreutz

Junggesellenverein Mausbach, ca. 1925

Schützenzug in Schevenhütte, 1925
Sammlung Hamacher et al., Bild 123/13

Gasthaus Faure

Fuhrunternehmen aus Gressenich, mit Jahrmarktwagen, ca. 1920er (?)
Sammlung Hamacher et al., Bild 122/45

Kindererholungsheim Süssendell, "Morgengymnastik", zw. 1927 und 1933
Körperkult war eine Erscheinung Ende des 19. Jh.s und führte u.a. zur Gründung zahlreicher Sportvereine
Postkarte

Fußballmanschaft Gressenich (1930er ?)
Im Hintergrund stehend: Stephan Frenz, Josef Kern (aus Werth), Peter Meurer, Josef Mommer (Gressenich), Franz Weißhaupt, Wilhelm Schieren. Mitte kniend: Willi Offergeld (Barrier), Theo Klotz (Gressenich), Franz Josephs. Vordere Reihe sitzend: Mathias Wentzler, Franz Bolz (Torwart), Arnold Minderjahn.
Sammlung Hamacher et al., Bild 122/17

Vermutl. 1930er Jahre

Arbeiter aus Breinig, Büsbach, Mausbach und Vicht im Werk Rüst, vor 1933
Werk Rüst diente der Herstellung von Branntkalk und gehörte zur Westdeutsche Kalkwerke AG Köln (1936 umbenannt in Westdeutsche Kalk- und Portlandzement-Werke AG). Im Bildhintergrund Aufzug zur Versorgung der Kalköfen mit Gestein und Kohle, rechts Rundbogen aus dem der Branntkalk entnommen wurde.
Sammlung Hamacher et al., Bild 1/10

Am "Baronshof", Vichter Straße in Mausbach
V. li.: Josefine Wirtz geb. Hendrichs, Josefine Kuhn, Ida Kuhn geb. Wirtz, Leonard Josef Wirtz (Ehemann von Josefine), Katharina Hagen geb. Hamacher (vom Büchel) B. Kreutz

Picknick in Schevenhütte
Die Schieber- bzw. Ballonmütze war in den 1930ern besonders beliebt und ein Zeichen der Zugehörigkeit zu den unteren Klassen, insbes. bei Arbeitern.
Sammlung Hamacher et al., Bild 123/2

Gressenicher am Elisenbrunnen in Aachen, 1930
Anlass der Anreise war der angekündigte, indes nicht eingehaltene Besuch des nationalistischen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg in Aachen. Uniformen: Sanitäter.
Sammlung Hamacher et al., Bild 122/14

Dörfliche Eliten: Metzger (li. mit Drei-Finger-Bart und Hund) und Lehrer vor abgeschossenem Wildschwein, a1930
Sammlung Hamacher et al., Bild 1/22
Nationalsozialismus

SA-Mann aus Mausbach
Nazis gibt es in Mausbach schon vor 1933. 1930 organisieren sie sich in der "Ortsgruppe Gressenich in Mausbach". Mithin "Alte Kämpfer", die dafür vom Regime eine Versorgung erwarten und erhalten. Im Bild den soweit noch erkennbaren Effekten nach ein SA-Feldjäger: außerdienstliches Porträt ohne Ringkragen. Das von Hermann Göring, preußischer Ministerpräsident und 'zweiter Mann' im NS-Staat, aufgestellte SA-Feldjägerkorps spielte als Hilfspolizei eine bedeutende Rolle bei den "Säuberungen" 1933 und 1934, der Jagd auf Andersdenkende und Juden. 1936 wurde das Korps aufgelöst, Schergen wurden in die Polizei eingegliedert.
Sammlung Hamacher et al., Bild 68/15

NS-Gliederungen aus Mausbach und Gressenich, 1. Mai 1938/39 am RAD-Lager
V. li.: 1. Politische Organisation NSDAP (PO), 2. Deutsche Arbeitsfront (DAF), 3. u. 4. NS-Kriegsopferversorgung (NSKOV), 5.-8.: NS-Reichskriegerbund (NSRKB, ehem. Kriegerverein). In der anhaltend prekären Situation nach Ende des Bergbaus spielte die anstelle der zerschlagenen Gewerkschaften dominierende DAF eine wichtige Rolle: Ihr oblag der Wohn- und Siedlungsbau und der Bezug der Siedlungshäuser hing von der Ergebenheit zum Nazismus ab Siedlung Diepenlinchen (hier im Bild PO 1. v. li.).
Sammlung Hamacher et al., Bild 53/5

Mausbach, Erntedankfest 1934: "Wir Bauern [...] danken Gott und dem Führer [...]"
Tatsächlich kollidierte die Blut-und-Boden-Ideologie mit den Anforderungen, die die Nazis an die Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion ("Erzeugungsschlacht") stellten. Zudem führte die aufgrund der Aufrüstung erhöhte Nachfrage an Industriearbeitern mit besserer Lohnstruktur verstärkt zur Landflucht. Bereits 1938 war die Ernärungssituation wieder prekär und die während des Kriegs relativ gute Ernährungslage im Reich war nur durch Zwangsarbeit und Ausbeutung besetzter Gebiete möglich geworden. – Die Hakenkreuz-Girlanden, wie im Bild am Haus links, waren noch anders als spätere Beflaggungszwänge freiwilliger Ausdruck von Bekenntnis und Zugehörigkeit, zumindest Opportunismus.
Sammlung Hamacher et al., Bild 98/6

Karnevalsumzug in Mausbach auf der Essiger Straße (Dechant-Brock-Straße), vermutl. Rosenmontag 1935(+)
Ab 1935 wurde der Karneval ganz im Sinne der Nazis "geordnet" gefeiert. Gleichgeschaltet im "Bund deutscher Karneval" boten die Vereine mit ihren Seilschaften die ideale Vernetzung für die Verbreitung des Nazitums. Im Nazismus entstanden sind die "Prinzenproklamation", der Brauch des Erbsensuppenessen (cf. Opfersonntage im RAD-Lager) dürfte auch auf die Zeit zurückzuführen sein.
Sammlung Hamacher et al., Bild 16/18

Hitlerjugend (HJ) vor dem Mausbacher Wasserturm, 1936
Die HJ, die Nachwuchsorganisation der NSDAP, war wie alle Nazi-Gliederungen uniformiert. In den prekären Schichten fehlte es indes häufig an Mitteln, im "Ehrenkleid des Führers" zu erscheinen. Anfangs noch in Konkurrenz zu freien und kirchlichen Verbänden war die HJ seit 1933 der einzige staatlich anerkannte Jugendverband. 1939 verpflichtete die gesetzliche "Jugenddienstpflicht" schließlich alle 10- bis 18jährigen Jugendlichen in die HJ. Sie wurden ideologisch geschult und rassistisch indoktriniert, Jungen kriegsvorbereitend körperlich gedrillt, Mädchen traten in den BDJ (Bund deutscher Mädel) ein und wurden dem Mann untergeordnet und als Gebährmaschinen für den Staat objektiviert.
Sammlung Hamacher et al., Bild 54/4

600-Jahrfeier in Vicht, 1937
Propagandistisch und pädagogisch angeleitet, Dazugehörigkeitsgefühle zu fördern, Gleichklang und Geschlossenheit zu demonstrieren, wirksam unter großer Anteilnahme der Bevölkerung ausgerichtet von örtlicher NSDAP und DAF.
Fotoatelier aus Stolberg

Kriegerverein, 1937
Soldatisch, national und antisozialdemokratisch tradiert: der in den Dörfern gut vertretene Kriegerverein (Kyffhäuserbund, seit 1938: "NS-Reichskriegerbund"), hier Aufmarsch einer "Kriegerkameradschaft" zur 600-Jahrfeier in Vicht, 1937.

Freilichtbühne in Vicht, Sommer 1937
"Du bist nichts, dein Volk ist alles!" Anlässlich der 600-Jahrfeier Vichts wird das von dem örtlichen Heimatdichter Josef Grooz verfasste und inszenierte, NS-ideologisch Blut-und-Boden verbrämte Freilichtspiel "Stimme des Blutes" unter Einbeziehung der "Dorfgemeinschaft" als eine Revue der angeblichen Ortsgeschichte aufgeführt.

Freilichtspiel "Der Ahnenruf" im Sommer 1939 in Vicht
Völkischer Kitsch der unheilvollen Art: In dem von dem örtlichen Heimatdichter Josef Grooz verfassten Freilichtspiel "Der Ahnenruf" geht es um "Verherrlichung der Heimat" und den "heiligen Kampf" der "Rur-Germanen" "gegen alles Artfremde". Kurz darauf beginnt Deutschland den Zweiten Weltkrieg und wenig später den Vernichtungskrieg in Osteuropa "gegen alles Artfremde".

"Volksgemeinschaft" in Vicht, Sommer 1937
Publikum des Freilichtspiels "Stimme des Blutes". Die Freilichtschauspiele in Vicht 1937 und 1939 waren nicht nur inhaltlich auf Linie der Nazis. Sie hatten zugleich Erziehungsfunktion und wirkten durch die Einbeziehung des ganzen Dorfes als Schauspielende und Statistinnen/Statisten identitätsstiftend im Sinne der "Volksgemeinschaft".
Sammlung Hamacher et al., Bild 127-69

Geflügelzuchtverein Mausbach bei einem Ausflug in die Eifel, 1937
Sammlung Hamacher et al., Bild 7/15

Antisemitisches Theaterspiel, vermutl. Krippenspiel, Vicht, ca. 1937

"Kriegerkameradschaft" Mausbach, ca. 1938
"Kriegerkameradschaft" Mausbach marschiert in die Essiger Straße (Dechant-Brock-Straße) ein. Der bereits vor dem Ersten Weltkrieg soldatisch, national und antisozialdemokratisch tradierte Kriegerverein wurde 1938 in den NS-Reichskriegerbund (NSRKB) überführt und erhielt damit die hier abgebildete Fahne (Kyffhäuser-Bund von 1934 mit Hakenkreuz-Wimpel und Kyffhäuser-Emblem im Balkenkreuz).
Sammlung Hamacher et al., Bild 53/6

Goldhochzeit 1938 in Mausbach
Der Nazismus dringt in die Intimsphäre ein: Ansprache des NS-Ortsgruppenleiters Mathias Prost (v. re.) an eine Goldhochzeit-Gesellschaft in Mausbach 1938.
Sammlung Hamacher et al., Bild 10/23

Goldhochzeit 1938 in Mausbach
Nach der Ansprache des Ortsgruppenleiters an die Goldhochzeit-Gesellschaft: Hier verteilen sich die Gesichtsausdrücke über die Generationen von belustigt über wie zu ergeben bis wie geradezu fanatisch bei der jüngsten Generation; sichere Selbstgefälligkeit beim NS-Ortsgruppenleiter Mathias Prost (v. re.).
Sammlung Hamacher et al., Bild 10/19

Hochzeit 1939 in Mausbach
Ein Hochzeitspaar aus der dörflichen Elite in Mausbach. Hier feiert man in einem der Mausbacher Säle anscheinend gerne unter dem Banner des Nazismus: Die Herren in Zivil tragen Parteiabzeichen und das Foto fokussiert die Nazi-Flagge (darauf gerahmtes Konterfei des "Führers"). Es scheint eine Anhänglichkeit zur Hitler-Jugend (HJ) auf, denn Banner der HJ (re. deutlich) begleiten die Flagge.
Sammlung Hamacher et al., Bild 12/13

Reichsarbeitsdient (RAD) in Mausbach, Essiger Straße (Dechant-Brock-Straße), 1938
Aufzüge der Nazis, zielführend "zackig" und "schneidig" nach den Wirren in den 1930ern, fanden stets interessiertes Publikum. Der RAD hatte auch insofern örtlich massive Wirkung, weil etliche Einheiten in die Region verlegt wurden, um den "Westwall", die Grenzsicherung im Zuge der "Wiederherstellung der Wehrhaftigkeit", zu errichten, was die Überwindung der nach dem kaiserzeitlich indoktinierten nationalistischen Bewusstsein verstandenen Schmähung durch den Versailler Vertrag suggerierte und als erstarktes, kollektiv und damit auch individuell empfundenes Selbstbewusstsein wahrgenommen wurde: 'Wir [und damit auch "ich"] sind wieder wer!'.
Dias 758

Vor der Mausbacher Schule a1938
Versammlung, obligatorische Ansprachen und Platzkonzert, vermutl. zur Eröffnung der neuen Mausbacher Schule: Nazis – Partei, SA, Reichskriegerbund – aus Mausbach, der DAF-Siedlung Diepenlinchen, aus Krewinkel und von der Vichter Straße. 9. v. li.: Bürgermeister Lambertz.
Sammlung Hamacher et al., Bild 54/15

Am "Ehrenmal" im Reichsarbeitsdienstlager Mausbach I, a1938
Selbstidentifizierung: Losung auf dem "Ehrenmal": [Der Reichs] "Arbeitsdienst ist Ehrendienst" [am deutschen Volke.], § 1 I Reichsarbeitsdienstgesetz 1935. Personen vorne: Mitte evtl. Oberfeldmeister (Offizier ~ Oberleutnant), li. u. re. vermutl. Obertruppführer (Unterführer ~ Feldwebel). RAD-Lager in Mausbach
Sammlung Hamacher et al., Bild 55/5

Reichsarbeitsdienst (RAD) im Lager Mausbach a1939
Ab 1938 war der stets militärisch gedrillte RAD nicht mehr auf die eher ideologisch geprägte als wirtschaftlich sinnvolle Urbarmachung zur Schaffung neuer "Hofstellen", sondern auf die Funktion einer Bautruppe für die Kriegsvorbereitungen der Wehrmacht ausgelegt. Gleichwohl blieb er eine wesentliche Einrichtung der Erziehung zum Nazismus. Insofern wurden Mausbacher auch nicht zum RAD in Mausbach eingezogen. Hier lagen vielmehr eine Einheit aus dem Emsland (RAD-Lager Mausbach I) und nebenan, nach West über Langen Ranken, eine aus Lüneburg (RAD-Lager Mausbach II). RAD-Lager in Mausbach
AGM @14975

Mausbacher Maiumzug im Nazismus (n. 1938, ca. 1939)
Okkupation von Tradition und Brauchtum durch den Nazismus. Repräsentant am Tag der Arbeit, nach der einmaligen Erhebung in der Weimarer Republik von den Nazis zum beständigen Feiertag gemacht, ist nicht mehr der Arbeiter und seine soziale Befreiung, sondern geradezu rückwärts gewandt und auf Krieg gedrillt die NS-Organisation. Mitte: Maikönigin, li. v. hi.: Reichsarbeitsdienst, NSDAP, Reicharbeitsdienst und Reichskriegerbund, re.: bewaffnet NS-Ortsgruppenleiter Mathias Prost.
Sammlung Hamacher et al., Bild 6/10

Besuch im RAD-Lager, ca. 1939
Mausbacher am RAD-Lager, evtl. zur Mai-Parade 1939.
Sammlung Hamacher et al., Bild 54/14

Eintopfsonntag/Opfersonntag, 1939/1940
Obligatorisches öffentliches Eintopfessen zugunsten des Winterhilfswerks in der Turnhalle des RAD-Lagers Mausbach I, NS-"Volkserziehung": Suggestion kollektiver Opferbereitschaft; im Krieg wurden die 1933 eingeführten "Eintopfsonntage" in "Opfersonntage" umbenannt. Im Hintergrund Bühne mit Führerbild, Bannern und Moderator in RAD- oder DAF-Uniform. – Vielleicht als Nebeneffekt, weil Turnhalle, so spricht doch die Architektur die von den Nazis gesuchte "Erhabenheit" der Räume für Massenveranstaltungen an.
Sammlung Hamacher et al., Bild 54/15

Westwallküche in einer Mausbacher Gaststätte, 1938
Das RAD-Lager in Mausbach wurde aus Küchen örtlicher Gaststätten versorgt. Hier mit Mausbacher Küchenhelferinnen, rechts im Bild – und sei es aus Opportunismus – das obgligatorische "Führer"porträt.
Sammlung Hamacher et al., Bild 55/1

Wehrertüchtigungslager in Mausbach
2. v. li.: SS-Scharführer (~ militär. Unteroffizier) mit "Ehrenwinkel" "Alter Kämpfer" (= NS-Zugehörigkeit vor 1933), 2. v. re.: DAF-Werkscharführer, Küchenpersonal. Augenscheinlich Kriegszeit, da jüngere und mittlere Generation – bis auf die uniformierten Nazis – anders als sonst in Abb. des RAD-Lagers und des Mausbacher Küchenpersonals nicht vertreten. 1942 wurde das RAD-Lager in ein Wehrertüchtigungslager unter SS-Kommando umgewidmet. RAD-Lager in Mausbach
Sammlung Hamacher et al., Bild 56/7
Nachkriegszeit

Mausbach, Essiger Straße (Dechant-Brock-Straße), vermutl. Karnevalsumzug ca./nicht vor 1947
Sammlung Hamacher et al., Bild 41/16

Siedlergemeinschaft Mausbach marschiert, a1950
Sammlung Hamacher et al., Bild 8/4

Maiandacht mit Maikönigin und Maigraf, 1. Mai 1949 in der St.-Markus-Kirche in Mausbach

Maiumzug 1950, Mausbach
Fahnenträger vom Mausbacher Turnverein
Sammlung Hamacher et al., Bild 6/2

Maikinder 1950, Mausbach
Sammlung Hamacher et al., Bild 6/1

Maiumzug 1950, Mausbach
Sammlung Hamacher et al., Bild 6/3

Maiumzug 1950, Mausbach
Sammlung Hamacher et al., Bild 6/8

1. Mai 1951, Mausbach
Maikönigin und Maikönig nach dem Kirchgang im Spalier des örtlichen Turnvereins
Sammlung Hamacher et al., Bild 5/20

Nach der Mainacht 1951 in der Schroiffstraße in Mausbach
Sammlung Hamacher et al., Bild 3/4

Einlagern der Kartoffelernte
Sammlung Hamacher et al., Bild 3/5

Landmann mit Pferdegespann und Pflug mit Vorschneider (evtl. Kehrpflug Kölner Wessel?)
Sammlung Hamacher et al., Bild 3/16

Auf der Essiger Straße (Dechant-Brock-Straße) in Mausbach
Sammlung Hamacher et al., Bild 111/11

"Am Kreuz", auch "Essiger Platz", Mausbach
Nach Errichtung des Kinderspielplatzes "Am Spielplatz" an der Essiger Straße (Dechant-Brock-Straße)
Sammlung Hamacher et al., Bild 112/17

"Fräulein" K. aus Buschhausen, ca. 1950er/1960er
Sammlung Hamacher et al., Bild 122/25

In dr Aust – Erntezeit

Klapperjungen in Mausbach, 1950er (?)
Ein Lärmbrauch zur Osterzeit, ab 1965 auch mit Klappermädchen. Klapperjungen
Sammlung Hamacher et al., Bild 108/6

Kindererholungsheim Süssendell, 1950er Jahre
Postkarte

Pfadfinder im Gebet mit Priester
Sammlung Hamacher et al., Bild 117/31

Messe in der Markuskirche in Mausbach, 1950er Jahre
Rechts im Bild in doppelter Mandorla in Kopie das etwa handbreit große, die Wallfahrt stiftende Gnadenbild "Maria Zuflucht der Sünder", das 1802 in Aldenhoven durch den ersten Pfarrer Mausbachs entwendet worden war.
Sammlung Hamacher et al., Bild 22/1

Postkarte

Karnevalsgesellschaft
Sammlung Hamacher et al., Bild 18/1

Laden in Mausbach, 1950er/60er
Einzelhandel in der "Wirtschaftswunderzeit". Übersichtliches Angebot für den Bedarf auf dem Land: Wein, Schnaps, Bier, Konserven, Waschmittel, Kittel und Arbeitsanzüge.
Karl Heinz Reinartz (Werkstätte für Innenausbau in Aachen)

Aufbahrung in der Essiger Straße (Dechant-Brock-Straße)/Rothe Gasse in Mausbach
Am Hause der Familie Kreutz B. Kreutz

Letztes Geleit, Mausbach 1950er

Haltestelle Mausbach-Markt, 1960er
Die Einführung der Straßenbahn Ende des 19. Jh.s, zunächst als Kleinbahn, war den Bedürfnissen der Industrie geschuldet. In der Nachkriegszeit bis zur Demontage Ende der 1960er war sie auf dem Dorf mobilitätsbestimmend. Die Linie wie im Bild führte von Eschweiler über Gressenich nach Mausbach und weiter, wo heute die Kurt-Schumacher-Straße verläuft bis Nachtigällchen und Vicht bzw. Stolberg.

Heimbachprozession in Schevenhütte a1965
Diasammlung "300 Jahre Schevenhütte" (2020)

Maiumzug auf der Gressenicher Straße in Mausbach
In der Sammlung Hamacher auf 1958 datiert, vermutl. ein Flüchtigkeitsfehler: nach dem 1967 am Gebäude des Gemeindeamts (li. im Bild) eingelassenen Wappenmosaiks sowie der Bekleidung und dem Fahrzeug li. im Bild (Renault Caravelle BJ 1959-1968) nach zu urteilen: a1968.
Sammlung Hamacher et al., Bild 6/17
Aufbruchzeit

Schuster in der Essiger Straße (Dechant-Brock-Straße) in Mausbach, ca. 1970er Jahre
Sammlung Hamacher et al., Bild 2/1

Postkarte, ca. 1970er Jahre

Fronleichnamprozession in Schevenhütte, Ende 1960er-/Anfang 1970er-Jahre
Diasammlung "300 Jahre Schevenhütte" (2020)

Fronleichnamprozession in Schevenhütte, Ende 1960er-/Anfang 1970er-Jahre
Diasammlung "300 Jahre Schevenhütte" (2020)

Fronleichnamprozession in Schevenhütte, Ende 1960er-/Anfang 1970er-Jahre
Diasammlung "300 Jahre Schevenhütte" (2020)

Fronleichnamprozession in Schevenhütte, Helenasruh, Ende 1960er-/Anfang 1970er-Jahre
Diasammlung "300 Jahre Schevenhütte" (2020)

Pfarrabend in Mausbach, Hauptschule, 16. Oktober 1976
Sammlung Hamacher et al., Bild 21/11

Heiligenhäuschen Vicht 1982 mit Nepomuk Statue von 1748
Foto: Josef Ziemons

Fronleichnam-Prozession in Mausbach, 2010er
Neue, unorthodoxe Station im Auenweg
AGM "Fronleichnam009"

Fronleichnam-Prozession in Mausbach, 2010er
Neue, unorthodoxe Station im Auenweg, im Vordergrund Dechant
AGM "Fronleichnam011"
Die Abbildung dem AGM übergebener historischer Fotos dient Forschungszwecken und der Bildungsvermittlung. Die Urheberschaft zahlreicher dieser Fotos konnte naturgemäß nicht mehr ermittelt werden. Sachdienliche Hinweise werden erbeten an: Bernd Kreutz